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21. April 1941 – Die Tragödie von Schernberg
Vor 85 Jahren, am 21. April 1941, fand in Schernberg der erste Abtransport von Menschen mit Beeinträchtigungen statt.
In den frühen Morgenstunden wurde die Einrichtung von NS‑Parteikräften umstellt. Für viele der Betroffenen begann an diesem Tag ein Leidensweg ohne Rückkehr.
Sr. Anna Bertha Königsegg , Visitatorin der Salzburger Provinz der Barmherzigen Schwestern, hatte sich bereits zuvor entschieden gegen diese Abtransporte gestellt. Mit deutlichen Schreiben wandte sie sich an die zuständigen Machthaber, untersagte den Schwestern jede Mithilfe bei den Transporten und erklärte, die Verantwortung selbst zu übernehmen – trotz der drohenden Konsequenzen. Ihr Widerstand führte zu wiederholten Verhaftungen und Gestapohaft.
Wie der erste Abtransport schließlich durchgeführt wurde, schilderte Sr. Rosaria Brunnauer eindringlich:
„Punkt fünf Uhr früh war das Schloss von Parteileuten umzingelt.
Die Gestapo mit vielen Helfern und Helferinnen betrat das Haus …
die einen trug, die anderen schleifte man die Stiege herab …
schließlich herrschte Totenstille.“
An diesem Tag wurden 74 Frauen und 41 Männer gewaltsam abtransportiert. Am 20. Mai 1941 folgte ein zweiter Abtransport von acht Menschen, am 4. August 1941 ein dritter von 39 Menschen. Insgesamt wurden 123 Menschen in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet. Die Opfer des dritten Transports wurden in die Landesnervenklinik Salzburg gebracht und entkamen so vermutlich der nationalsozialistischen „Euthanasie“.
Wir erinnern an die Opfer dieser Verbrechen – und an den Mut von Sr. Anna Bertha Königsegg, stellvertretend für all jene Schwestern, die Widerstand leisteten und Menschlichkeit über Anpassung stellten.
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